Die Istsituation

Neue Impulse für mehr Beschäftigung

"Perspektive 50 plus" bringt Bewegung in den Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktsituation hat sich für Ältere in den letzten Jahrzehnten dramatisch entwickelt: Weniger als die Hälfte aller Unternehmen beschäftigt noch Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind. Bereits jeder vierte Arbeitslose ist schon älter als 50. Bis zum Jahre 2015 wird der Anteil der über 50Jährigen in der Bevölkerung auf 33 Prozent ansteigen und damit die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärfen. Bislang waren konkrete Personalstrategien für ältere Erwerbstätige Mangelware. Vor dem Hintergrund der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre ist dringend Handlungsbedarf geboten.

Geeignetes Personal schwer zu finden

Mit Integration älterer Arbeitskräfte Fachkräftemangel entgegenwirken

Im Vergleich zum Jahr 2001 konnten in den vergangenen Jahren in den unterschiedlichsten Beschäftigungszweigen mehr Fachkräfte gefunden werden. Doch der Deutsche Industrie- und Handelkammertag (DIHK) prognostiziert einen Anstieg des Fachkräftemangels für den Fall einer konjunkturellen Erholung.

Sinkende Schülerzahlen und rückläufiges Erwerbspersonenpotenzial werden es für die Unternehmen schwieriger machen, geeignetes Personal zu finden. Ein Weg dem Fachkräftemangel zu begegnen sieht der DIHK in der stärkeren Integration Älterer. Die Frühverrentungsstrategien der Vergangenheit sind mit Blick auf die angespannten Rentenkassen und die demografische Entwicklung nicht mehr zeitgemäß. Jegliche Anreize in dieser Form sollten daher vermieden werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens zu verinnerlichen.

Perspektivenwechsel
Nach Umfragen des DIHK geben 15 Prozent der über 20000 befragten Unternehmen an, bei Fachkräftemangel künftig verstärkt auf das Potenzial älterer Arbeitnehmer setzen zu wollen. Ein Anstieg um zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2001 ist für den DIHK ein erster Hinweis darauf, dass sich auf Seiten der Betriebe allmählich ein Perspektivenwechsel hin zu älteren Arbeitnehmern vollzieht. Unternehmen, die bereits heute über Fachkräftemangel klagen, stehen einer verstärkten Beschäftigung älterer Arbeitnehmer noch aufgeschlossener gegenüber: 19 Prozent der Betriebe möchten in Zukunft das Potential Älterer verstärkt nutzen. Die Auswertung der Umfrage zeigt, dass mit der Größe des Unternehmens die Bereitschaft sinkt, ältere Menschen einzustellen.

Grundlegender Wandel wird erwartet

Überalterung der Gesellschaft stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen

Jede Kindergeneration heute ist um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. Parallel zu dieser Entwicklung ist die Lebenserwartung in Deutschland kontinuierlich angestiegen. Die hohe Lebenserwartung bei einer niedrigen Geburtenrate wird zu einer Überalterung der Gesellschaft führen: Die Hälfte aller Menschen wird 2050 über 51 Jahre alt sein. Gleichzeitig sind die Älteren von früher nicht mit den Älteren von heute zu vergleichen, die sich nach Erhebungen im Schnitt um 5,2 Jahre jünger fühlen als sie tatsächlich sind. Diese Entwicklung lässt einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel erwarten, der sich natürlicherweise auch in der Beschäftigungspolitik niederschlagen wird.