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Stadt Schweinfurt
Samstag, 19. Mai 2012  
 
 
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Perspektive 50plus Beschäftigungspakte in den Regionen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz)
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„Der Umschwung ist voll im Gange!“

Am Coca-Cola-Standort Knetzgau steht die Persönlichkeit der Mitarbeiter im Vordergrund


Zeugnisse, Lebenslauf, ein sauberes Anschreiben – welcher Arbeitslose kennt solche Mappen nicht zu Genüge. Oftmals verbringen Bewerber Jahre damit, diese zu feilen und auf Optimum zu bringen. Dabei haben es Menschen jenseits des 50. Lebensjahres meist besonders schwer. Doch soll das alles umsonst sein? Sicher nicht. Zum einen unterstützt sie die Initiative „fünfzig plus arbeit“ durch entsprechende Maßnahmen, den Wiedereinstieg zu schaffen. Zum anderen gibt es auch Unternehmen, wie etwa die Coca Cola GmbH, die weniger auf das Alter, denn auf die Persönlichkeit ihrer Mitarbeiter setzt.

Ein persönliches Gespräch schafft mehr Klarheit als manches Zeugnis

Coca Cola
Hat für seine Mitarbeiter immer ein offenes Ohr. Betriebsratsvorsitzender Gerd Schmitt. Foto: Nicole Oppelt
 „Natürlich spielt die Qualifikation für eine bestimmte Position eine Rolle“, erklärt der Betriebsratsvorsitzender des Verkaufsgebiets Nordbayern, Gerd Schmitt. „Doch das persönliche Gespräch ist mir viel wichtiger Da lernt man den Mitarbeiter erst richtig kennen und einschätzen. Außerdem gibt es ja noch die Probezeit, in der er oder sie sich bewähren kann.“ Seit 2006 steht das Unternehmen in Kontakt mit der Stabsstelle für Beschäftigung und Grundsicherung in Schweinfurt. Zuvor wurde Gerd Schmitt auf einer Messe in der gleichen Stadt auf die Initiative aufmerksam. Nach einer positiven Rückmeldung durch die Geschäftsleitung konnte die Zusammenarbeit gestartet werden und nach einem zweiwöchigen Praktikum bereits der erste Mitarbeiter aus diesem Projekt befristet eingestellt werden. „Viele Menschen über 50 haben das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden“, stellt der 54-jährige Familienvater fest. Doch er glaube fest daran, dass das Umdenken der Unternehmer, ja gar der ganzen Gesellschaft bereits in vollem Gange sei. „Diese Menschen haben ein Potential an Erfahrung. Das kann man nicht einfach auf der Straße liegen lassen.“

„Sie bringen ihren Erfahrungsschatz täglich ein.“

Deshalb setzt das Unternehmen auf ein gutes Mischungsverhältnis zwischen Jung und Alt. Gerade die Menschen, die hier eine zweite Chance bekommen haben, würden es auf vielfältige Weise danken, stellt Schmitt weiter fest: „Sie sind motiviert, sehr zuverlässig und bringen ihren Erfahrungsschatz täglich ein.“ Das Vorurteil, Mitarbeiter dieses Alters wären nicht mehr so leistungsfähig und belastbar, könne er nicht nachvollziehen. Denn die körperliche Arbeit stehe nicht mehr so sehr im Vordergrund. Gerade in der Industrie lasse diese enorm nach. Überwachungstätigkeiten, Konzentration und technisches Verständnis seien viel eher gefordert. Vor allem, wenn es um die Bedienung komplexer Maschinen gehe. Hier würde selbstverständlich entsprechend geschult. Und so zeigt sich, dass die Kollegen in Punkto Flexibilität den Jüngeren in nichts nachstehen. Auch 18- bis 23-Jährige müssten schließlich nach ihrer Lehrzeit erst einen Reifeprozess durchlaufen. Nach einer, wenn auch zugegeben, etwas längeren Einarbeitungszeit, würden Menschen über 50 jedoch die gleichen Leistungen wie ihre jugendlichen Kollegen bringen.

Auch in den verschiedenen Teams, die ganz nach Qualifikation zusammengestellt sind, scheinen die Generationen gut miteinander auszukommen. „Ich höre jedenfalls nichts Nachteiliges“, stellt Gerd Schmitt, der selbst schon seit 30 Jahren im Unternehmen und bereits 23 Jahre Betriebsrat ist, schmunzelnd fest. Natürlich habe man am Anfang eines solchen Projektes auch Angst vor negativen Erfahrungen, das sei die große Gefahr bei solchen Dingen. Eine kurzeitige Erkrankung sei ab diesem Alter schließlich nicht mehr auszuschließen. Dennoch stünden für ihn selbst bei der Einstellung dieser Kräfte wirtschaftliche Interessen, wie etwa Fördermittel oder Ähnliches, auf keinen Fall im Vordergrund. Deshalb sei auch der gezielte Einsatz ihrer Arbeitskraft außerordentlich wichtig.

Die eigene Sicht der Dinge – bei Coca Cola weltweit möglich

Und das gilt nicht nur für den Standort Knetzgau. Zentrale Firmenwerte wie Leidenschaft, Integrität, Verantwortlichkeit, Zusammenarbeit, Innovation, Qualität und Führung sind fest in der Unternehmensphilosophie von Coca Cola verankert. 2006 wurden sogar interne Intranet-Blogs eingesetzt, um allen Mitarbeitern weltweit die Möglichkeit zu geben, aus ihrer Sicht darzustellen, wie diese Werte noch besser gelebt werden können. Anschließend wurden die Blogs ausgewertet und Maßnahmen ergriffen, um Vorschläge der Mitarbeiter umzusetzen. In regelmäßigen Abständen werden Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, um Verbesserungspotenziale aufzudecken und Ideen für ein besseres Arbeitsklima umzusetzen. Darüber hinaus gibt es in allen Ländern regionalspezifische Aktivitäten für die Mitarbeiter. Bei Coca Cola wurden die Zeichen der Zeit eindeutig erkannt und das nicht nur an ihren zwölf Standorten in Deutschland, an denen rund 12.000 Menschen tätig sind, sondern für stolze 600.000 Mitarbeiter weltweit.

Infokasten:
Die Coca-Cola GmbH sitzt seit 1978 auch am Standort Knetzgau. Zuvor war das Unternehmen in Bergrheinfeld ansässig.
Hier befinden sich Produktion, Logistik und Teile der Verwaltung.
Das Unternehmen beschäftigt dort rund 330 Mitarbeiter. Darunter sind rund 20 Prozent, die das 50. Lebensjahr schon überschritten haben.



Die Mischung macht’s!


Der „Unternehmer mit Weitblick“ des Jahres 2006 , Jürgen Beck vom Heidenfelder Fuhrparkservice in Röthlein, sieht einen steigenden Bedarf an erfahrenen Arbeitskräften.


Auszeichnung
Wurde bereits letztes Jahr von Franz Müntefering als Unternehmer mit Weitblick ausgezeichnet: Jürgen Beck.
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Sie begann im letzten Jahr mit einem blanken Zufall. Jürgen Beck, Geschäftsführer der HFS Heidenfelder Fuhrparkservice GmbH, erhielt eine kleine Broschüre von der Stabsstelle für Grundsicherung und Beschäftigung. Und da der 37-jährige gelernte Verkehrsfachwirt ein expandierendes Unternehmen leitet, hat er auch prompt dort angerufen. Nach einer gut vorbereiteten Auswahl durch die Stabsstelle wurden schließlich zwei, statt des vorgesehenen einen Bewerbers eingestellt und der Familienvater erhielt, dank der Anregung einer seiner Fahrer, den begehrten Preis „Unternehmer mit Weitblick“.      

Das Alter war nie ausschlaggebend

„Dass die Arbeitslage von Menschen über 50 für unseren Betrieb überhaupt ein Thema ist, habe ich erst durch diese Auszeichnung festgestellt“, gesteht der Vater zweier Kinder. „Daraufhin habe ich den Personalstand unter die Lupe genommen und festgestellt, dass tatsächlich mehr als ein Drittel der Kollegen über 50 Jahre alt sind.“ Denn wie er offen zugibt, war das Alter bei der Auswahl seiner Fahrer nie ein ausschlaggebendes Thema und schon gar kein Auswahlkriterium. Schon immer herrschte ein buntes Mischungsverhältnis zwischen Alt und Jung. Aber von da an begann er zu grübeln...

Sein Ergebnis mag für viele Arbeitgeber überraschend klingen. Doch Jürgen Beck ist sich sicher. Es gibt mindestens vier herausragende Vorteile für Menschen über 50: Zum einen brächten diese eine sehr hohe Motivation mit. „Sie wollen beweisen, dass sie noch Leistung bringen. Egal, ob sie direkt aus einem anderen Beschäftigungsverhältnis heraus zu mir kommen oder vorher längere Zeit ohne Arbeit waren – sie sind froh, dass sie einen Job haben und zeigen das auch“, betont Beck. Die körperliche Leistungsfähigkeit Einzelner spiele dabei keine Rolle, denn Handicaps würden diese durch vermehrtes Engagement wieder ausgleichen.

Heidenfelder Fuhrpark
Jürgen Beck schätzt die Zuverlässigkeit und Erfahrung seiner älteren Mitarbeiter.
Zum anderen schätze er auch ihre enorme Einsatzbereitschaft. Im Vergleich zu jungen Familienvätern seien sie weitaus flexibler. Spontanes Einspringen oder ein paar Tage unterwegs sein, sei für sie kein Problem. „Der Trennungsschmerz von der Frau zu Hause, lässt wohl mit den Jahren etwas nach“, fügt der Unternehmer schmunzelnd hinzu. Da er zudem darauf achtet, seine Angestellten langfristig an die Firma zu binden, schätzt er jedoch ebenso deren hohe Betriebstreue. Im Gegensatz zu jungen Leuten, die oftmals ein verlockendes Angebot für ein paar Euro mehr nutzen, bleiben ihm die älteren Fahrer erhalten. Da finanzielle Anreize eine damit verbundene Jobunsicherheit nicht mehr aufwiegen könnten.


Zwei Punkte möchte er außerdem auf gar keinen Fall missen: Zuverlässigkeit und Erfahrung. „Leute, die bereits lange Jahre in diesem Beruf tätig waren, kennen sich einfach besser aus. Sicher gibt es auch bei ihnen Schulungsbedarf, zum Beispiel, wenn jemand zuvor nur Kurzstrecke oder nur Langstrecke gefahren hat, ist dieser vielseitige Job für Jeden eine Herausforderung. Doch diese Investition lohnt sich“, betont Jürgen Beck. „Sie sind insgesamt souveräner und zuverlässiger, da ich sie auch mal spontan anrufen und zu einem Auftrag beordern kann.“ Diese Eigenschaften seien in seiner Branche mehr als nur gefragt, weswegen er hier auch einen steigenden Bedarf an qualifiziertem Personal prognostiziert.

Kollegiales Miteinander von Jung und Alt

Seine durchweg gemischte Truppe pflegt ein kollegiales Miteinander. „Wir veranstalten Grillfeste, Weihnachtsfeiern und zweimal im Jahr treffen wir uns alle zu Besprechungen“, erzählt er. Einer, der seit ersten November 2005 bei keinem Treffen mehr fehlen darf ist Robert Kraus. Der 59-jährige Familienvater hat sich, laut eigenen Angaben, sehr gut eingefunden und sich fest vorgenommen noch mindestens sechs Jahre dabei zu bleiben. Der Lkw-Fahrer aus Leidenschaft fühlt sich sehr gut aufgenommen und schätzt die freundschaftliche Atmosphäre im Betrieb. „Mein Chef kann sich immer auf mich verlassen“, gibt er deshalb zu verstehen. „Ich bin für alles zu haben und übernehme jederzeit lange oder auch kurzfristige Touren.“ Jürgen Beck ist stolz auf soviel Einsatz, denn sein Gespür hat ihn wieder einmal nicht getäuscht. Es freue ihn daher auch, dass sich alle sehr gut verstünden und er nutze deshalb auch gezielt die Möglichkeit des voneinander Lernens. Und so schickt er einfach junge oder neue Angestellte bei seinen älteren oder erfahreneren Mitarbeitern mit, um sich im neuen Job zurechtzufinden.

Insgesamt versucht er seinen Leuten das unbedingte Gefühl von Rückhalt mit auf den Weg zu geben. Sein Leitsatz: „Wenn es Probleme gibt, dann ruft uns an. Wir sind Tag und Nacht für euch da!“

Infokasten:
Die HFS Heidenfelder Fuhrparkservice GmbH wurde in ihrer heutigen Form 1999 gegründet. Das Familienunternehmen als solches, besteht bereits seit 1945. Die Geschäftsleitung hat Jürgen Beck inne. Schwerpunkte im breiten Tätigkeitsfeld sind Kurierdienste, Sonderfahrten und Direkttransporte. Jedoch weniger im Bereich Pkw, Bus oder Kleintransporter, sondern vor allem mit mittleren Lkw (2 bis 15 Tonnen Nutzlast), europaweit. Die Firma beschäftigt 18 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter. Davon sind sieben über 50 Jahre alt. Acht weitere sind geringfügig beschäftigt, davon alleine sechs über 50 Jahre.



„Diese Menschen sind für ihre Chance sehr dankbar!“

Für Mitarbeiter über 50 Jahren stehen bei der Leo-Service GmbH Schweinfurt alle Türen offen.


Düstere Aussichten bestimmen den Arbeitsmarkt, „Generation Praktikum“ ist für viele ein Begriff. Und das, obwohl die Wirtschaftsexperten gerade in dieser Zeit eine Trendwende prognostizieren. Aber auch Menschen jenseits der 50 haben große Probleme, sich nach längerer Abwesenheit erneut in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dank der Initiative „fünfzig plus arbeit“ der Stadt Schweinfurt, der Stabsstelle für Beschäftigung und Grundsicherung sowie engagierter Unternehmen, wurde zumindest für Einige der Traum von einer Beschäftigung war.

„Wir haben versucht eine Lücke zu schließen.“

Leo
Waltraud Popp-Knecht, Pflegedienstleitung des Leopoldina Krankenhauses, Adrian Schmuker Geschäftsführer Leopoldina KH/Leo-Service GmbH, Mitarbeiterin Kobra Falahian und Volker Röder, Geschäftsführer Leo-Service GmbH sind sich einig: Menschen über 50 Jahre sind ein Zugewinn für jeden Betrieb.
Zu diesen Unternehmen zählt unter anderem auch die Leo-Service GmbH Schweinfurt. Seit nunmehr fast acht Jahren bedient sie den Schwerpunkt „Facility-Management“ im hiesigen Leopoldina-Krankenhaus und übernimmt dabei Aufgaben wie den Reinigungsdienst, das Catering und sonstige meist hauswirtschaftlich orientierte Tätigkeiten. „Wir haben auch früher schon ältere Mitarbeiter eingestellt“, betont Geschäftsführer Volker Röder, „für uns ist das nichts Neues.“ Auf das Projekt aufmerksam geworden ist das Unternehmen jedoch durch den starken Rückgang von Zivildienstleistenden, Praktikanten und Schülern, die im Krankenhaus traditionell schon immer Tätigkeiten wie Transporte, Botendienste oder hauswirtschaftliche Aufgaben übernommen hatten.

„Wir haben versucht, diese absehbare Lücke zu schließen und überlegt, welches Personal dafür besonders geeignet ist“, erklärt der gelernte Gebäudereinigermeister weiter. Mit ständig wechselnden Praktikanten sei das auf Dauer schwer, man suche eher eine langfristige Bindung des Personals an die Stationen im Krankenhaus. In Kooperation mit der Stabsstelle für Grundsicherung und Beschäftigung sei es dann gelungen, Personal zu bekommen, das sich sehr mit der ausgeübten Tätigkeit identifiziert und mit dem nötigen Ernst an die Arbeit heran gehe.

„Für mich gibt es keine Unterschiede zwischen Alt und Jung.“

Der wirtschaftliche Aspekt in Form von Fördermitteln spiele zwar eine gewisse Rolle, die eigentliche Motivation ist laut Volker Röder jedoch eine ganz andere: „Die älteren Mitarbeiter bringen überdurchschnittlich oft ein enormes Verantwortungsbewusstsein mit in die Arbeit ein. Auch ihre Erfahrung ist für uns sehr wertvoll.“ Bis heute konnten elf Personen aus dem Projekt in eine Dauerarbeitsstelle integriert werden. Alle waren sie bis dahin mindestens zwei Jahre arbeitslos und konnten nach einem zweiwöchigen Praktikum ihre Stelle bei der Leo-Service GmbH antreten. „Damit konnte rund ein Drittel der vorgestellten Mitarbeiter in ein längerfristiges Arbeitsverhältnis übernommen werden“, betont Röder weiter. Das Vorurteil, dass ältere Menschen generell nicht mehr leistungsfähig und nur noch für wenige Jahre im Job seien, kann er nicht teilen. „Für mich gibt es keine allgemein gültigen Unterschiede zwischen Alt und Jung“, erklärt er entschieden, „es ist wie immer primär eine Frage der individuellen Einstellung“.

Langjährige Erfahrung muss in die Betriebe geholt werden

Tatsächlich erwartet die Leo Service GmbH auch keine lebenslange Bindung. Mindestens ein bis zwei Jahre jedoch sollten die Mitarbeiter tätig sein. Ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft und vor allem bei den Arbeitgebern wird kommen, dessen ist sich Herr Röder sicher: „Arbeitgeber müssen sich langjährige Lebenserfahrung in die Betriebe holen.“ Auch hält er älteres Personal oft für verantwortungsbewusster, zuverlässiger und vor allem für weniger leicht zu demotivieren. Pünktlichkeit und die Bereitschaft, auch kurzfristige Ausfälle zu übernehmen zeichnet sie ebenfalls aus. Deshalb stünden ihnen hier auch alle Möglichkeiten offen.

„Diese Menschen sind für ihre Chance sehr dankbar!“

Ein Aspekt ist für ihn allerdings ganz entscheidend: „Diese Menschen sind für ihre Chance sehr dankbar!“ Das zeigt auch der Fall von Kobra Falahian. Seit 15. Dezember letzten Jahres ist die 51-Jährige als Stationsgehilfin tätig. Die Mutter von drei Kindern, die in Deutschland keine Ausbildung absolviert hat, fühlt sich, nach eigenen Angaben, sehr wohl und vor allem in ihrem Team vollends integriert. Nachdem sie zuvor zwei Jahre arbeitslos war, hat sie nun wieder das Gefühl, Anderen zu helfen. Ihre täglichen Arbeiten im Krankenhaus sind umfassend: Von Botengängen, über Hilfstätigkeiten, bis hin zu Aufgaben in der Küche oder bei der Reinigung - alles ist dabei. „Durch diesen Arbeitsplatz hat sich meine Lebensqualität verbessert. Ich fühle ich mich innerlich wieder zufrieden und anerkannt“, gibt sie daher nicht ohne Stolz zu verstehen.

Und sie ist kein Einzelfall. Alle hätten sich, soweit Volker Röder das beurteilen kann, sehr gut in die bestehenden Teams integriert und wurden herzlich aufgenommen. Auch die Kollegen sähen ihre neuen Mitarbeiter als große Entlastung und seien froh, dass diese da sind.

Infokasten:
Die Leo Service GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft des Leopoldina-Krankenhauses und übernimmt seit 1.7.1999 Dienstleistungen rund um die Reinigung, das Catering und sonstige hauswirtschaftliche Aufgaben. Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Knapp 30 Prozent von ihnen haben das 50. Lebensjahr schon überschritten. Die Geschäftsleitung haben Volker Röder (42) und Dipl. Volkswirt Adrian Schmuker (52) inne.
 

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