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Gesundheitsvorsorge |
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Wenn Körper und Seele rebellieren Stress am Arbeitsplatz wird zu einem immer ernsteren Problem
Es gibt viele Gründe, sich in seiner Haut nicht wohl zu fühlen. Einer davon ist das Gefühl, den täglich anfallenden Anforderungen nicht zu genügen, die notwendige Leistung nicht zu erbringen. Wenn sich solche Gedanken einschleichen, fehlt nicht viel, um ins Trudeln zu geraten. Das kann nicht nur in den eigenen vier Wänden passieren, sondern auch am Arbeitsplatz. Besonders dann, wenn Arbeitskollegen kein Verständnis mehr aufbringen oder die Anerkennung der Vorgesetzten ausbleibt. Aus diffusem Unwohlsein wird Stress. Aus medizinischer und biologischer Sicht ist Stress eine natürliche Reaktion des Organismus auf äußere Belastungen aller Art.
Viel zu oft kommen in der heutigen Arbeitswelt unterschiedlichste Belastungs-Faktoren - man nennt sie Stressoren - zusammen. Da kann es sein, dass die Organisation der Arbeit nicht funktioniert. Zusätzlich verhält sich der Chef ungeschickt oder gar unqualifiziert, oder die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist nicht garantiert. Wenn zu allem Überfluss auch noch die berufliche Perspektive fehlt, Personalmangel und daraus entstehender Zeitdruck samt Zusatzarbeit auf den Arbeitnehmer zukommt, ist das seelische Chaos perfekt.
Tägliche Belastungen schwächen
Zusätzlich können ergonomisch ungenügend gestaltete Arbeitsplätze
Körper und Seele belasten. Wenn Maschinen ständig lärmen, wenn Hitze,
Kälte, Feuchtigkeit, Vibrationen und chemische oder biologische
Auslöser ständig am inneren Gleichgewicht rütteln, bleiben Reaktionen
nicht aus.
Erhöhter Herzschlag und Blutdruck, Atemlosigkeit, Verspannungen im
ganzen Körper sind die Folgen, mit Reizbarkeit, vorzeitiger Ermüdung
und Konzentrationsstörungen wehren sich Körper und Seele. Wer
tagtäglich unter Belastungen arbeiten und leben muss, wird krank.
Gefährdet sind das zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System,
das Verdauungs-System, auch Atmungs-, Schlaf- und Sexualfunktionen
können beeinträchtigt werden.
Stressverhütende Maßnahmen sind gefragt
Zwar nimmt die Zahl der gemeldeten Fälle von Berufskrankheiten
tendenziell ab. Trotzdem wird Stress am Arbeitsplatz zu einem immer
ernsteren Problem, das leider immer noch zu wenig beachtet wird.
Kosten, die durch arbeitsbedingten Dauerstress entstehen, sind zwar
nicht genau zu beziffern, doch in den USA wird geschätzt, dass Stress
das größte gesundheitliche Problem in der Arbeitswelt darstellt.
Auch bei uns sind stressverhütende Maßnahmen dringend angesagt. Um die
Leitungsfähigkeit der Beschäftigten langfristig zu erhalten, müssen
sich die Verantwortlichen mit der neuen Arbeitsschutzgesetzgebung
beschäftigen und sich auf dieser Grundlage dem Problem „Stress“ im
Betrieb stellen. Arbeitsplaner, Betriebsärzte, Fachkräfte für
Arbeitssicherheit sind gefordert, sich mit Stressprävention zu
beschäftigen und die potentiell betroffenen Arbeitnehmer dabei
einzubeziehen.
Häufig hausgemachtStress am Arbeitsplatz hat oft mehrere Gründe
Stress ist keine Krankheit, die in den Genen vorgeschrieben und unheilbar ist. Häufig ist Stress hausgemacht und kann, wird er als gesundheitsgefährdendes Problem erkannt, gezielt bekämpft werden. Allerdings verhindern besonders am Arbeitsplatz Faktoren wie eingefahrene Routine, Kommunikationsmangel, Isolation oder Arbeitplatzunsicherheit oft die Wahrnehmung.
Führung und Beschäftigte eines Betriebes, die gemeinsam an einer Anti-Stress-Strategie interessiert sind, haben erkannt, dass es sich bei Stress nicht um ein persönliches, von den Arbeitsbedingungen losgelöstes Problem handelt. Ihnen ist klar geworden, dass arbeitsbedingter Stress aus der Verknüpfung von technisch-organisatorischen Gestaltungsdefiziten, überfordernden Arbeitssituationen und Chef- und Kollegenverhalten entsteht.
Zwei Ansätze können Maßnahmen zur Minderung von Stress beitragen. Zum einen sind da die organisatorischen Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu gehört, dass die zu leistende Arbeit eine Herausforderung, nicht eine Über- oder Unterforderung darstellt. Arbeitsaufgabe und Qualifikation müssen also zusammenpassen. Monotonie, Termindruck oder permanente Hektik sorgen für Unwohlsein. Fortbildungsmaßnahmen für etablierte und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter sollten ausgewogen sein und sich ergänzen.
Besonders wichtig für ein stressfreies Arbeitsklima ist das Führungsverhalten der Vorgesetzten. Sie sind gefordert, den einzelnen Mitarbeiter als Person zu achten, zu respektieren, mit ihm zu kommunizieren und zu kooperieren. So wird eine Unternehmenskultur geschaffen, die präventiv oder stressreduzierend ist. Das verlangt ein Management, das sich der Pflege der Human-Ressourcen verpflichtet fühlt.
Eine zweite Maßnahme liegt in den technischen Gestaltungsmöglichkeiten. Das bedeutet für die Verantwortlichen, eine menschengerechte Gestaltung des Arbeitssystems im Sinne des Arbeitsschutzgesetztes zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören die bestmögliche Minderung von Lärm, die Beachtung von Tages- bzw. künstlichem Licht, von Hitze- oder Kältebelastungen und die Vermeidung von ausgasenden Ausstattungen oder Gefährdungs- und Belastungsfaktoren der Arbeitsumgebung wie neurotoxische oder biologische Stoffe.
Unschätzbares KapitalBetriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich aus
Gesunde und starke Arbeitnehmer sind das unschätzbare Kapital jeder Firma. Deshalb ist es für die Verantwortlichen der Gestaltung von Arbeitsbedingungen unumgänglich, sich mit betrieblicher Gesundheitsförderung auseinander zu setzen. Denn ohne Druck von innen und außen arbeiten zu können ist heutzutage beinahe jenseits jeglicher Realität. Doch es ist möglich, Stress solcher Art vorzubeugen - wenn er wahrgenommen wird.
Die Beschleunigung von Innovationsprozessen, technisch-organisatorische Veränderungen im Betrieb, zunehmend geforderte höchste Qualifikationen sind nur einige der Gründe, die neue Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz stellen und Stress-Prävention notwendig machen.
Ein erster Schritt in Richtung stressfreier Arbeitsplatz kann erhöhte Aufmerksamkeit sein: Durch beobachtende Sorgfalt werden die Stress auslösenden Ursachen und ihre Wirkung erkannt. Danach können die Verantwortlichen eines Betriebs vorbeugende Strategien und Gestaltungsmaßnahmen innerbetrieblicher Abläufe entwickeln, die durchgeführt und regelmäßig kontrolliert werden sollten.
Ein verantwortungsbewusster Chef wird genaue Beobachtung der Arbeitsabläufe und die Befragung seiner Beschäftigten veranlassen, um Sicherheitsrisiken oder durch psychische Belastung entstandene Gesundheitsgefährdungen feststellen und daraus resultierende Maßnahmen ergreifen zu können. Hilfestellung bei dieser „Grobanalyse“ leisten Informationen der Berufsgenossenschaften.
Für eine „Feinanalyse“ , also tiefergehende Untersuchungen, gibt es wissenschaftlich erprobte Verfahren, die oft auf bestimmte Branchen oder Tätigkeiten abgestimmt sind und die unter Umständen von externen Fachkräften durchgeführt werden sollten.
Fazit ist, dass eine betriebliche Gesundheitsförderung diejenigen Faktoren beeinflussen sollte, die die Gesundheit der Beschäftigten verbessern. Das erreicht eine Verknüpfung, die aus Verbesserungen der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen mit den Förderungen einer aktiven Beteiligung aller Mitarbeiter und der Stärkung der persönlichen Kompetenzen entsteht.
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