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Stadt Schweinfurt
Sonntag, 5. Februar 2012  
 
 
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Perspektive 50plus Beschäftigungspakte in den Regionen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz)
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Alter und Arbeit einst und jetzt


Forschungsprojekt spürt ethischen und gesellschaftlichen Perspektiven des Alterns  und dem Verhältnis zwischen Altern und Erwerbstätigkeit nach.

Heutzutage altern Menschen gesünder. Trotzdem scheiden sie, obwohl die Lebenserwartung steigt, immer früher aus dem Erwerbsleben aus. Alter und Arbeitswille oder Arbeitsmöglichkeiten driften vehement auseinander! Dieser Entwicklung hat Prof. Dr. Josef Ehmer und Dr. Hermann Zeitlhofer vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte spüren auf wissenschaftlicher Basis nach. Deshalb haben sie im Oktober 2006 eine Untersuchung gestartet, die das Verhältnis zwischen Altern und Erwerbstätigkeit untersucht und bis Ende September 2009 fertig gestellt sein soll.

In diesem dreijährigen Projekt mit dem universitären Forschungsschwerpunkt „Ethische und gesellschaftliche Perspektiven des Alterns“ beziehen sie die Geschichte ein, denn nur der Blick auf die historische Perspektive macht heutige Erscheinungsbilder der immer älter werdenden Gesellschaft verständlich.
Im ersten Teil des Projekts steht daher die Zeitspanne von der Mitte des 9. Jahrhunderts bis zur Gegenwart im Fokus. Auf Grund negativer Stereotypen, die es über das Alter gibt, werden ältere Menschen vom Arbeitsmarkt verdrängt, die gestiegene Lebenserwartung wird außer Acht gelassen. Andererseits ist das Pensionssystem für viele ältere Menschen so verlockend, dass sie ihr Arbeitsverhältnis ohne zwingende Gründe vorzeitig beenden.

Besonnen und weise

Im zweiten Projektteil rekonstruiert die Studie anhand von literarischen Texten das gängige Altersbild. Interessanterweise ist es bis heute geprägt von den Vorstellungen der Antike. Bei Homer und Aristophanes, in juristischen, philosophischen und politischen Texten sind die Alten als besonnener und weiser geschildert. Doch überwiegen die Negativstereotypen wie der Verlust an Schönheit und sexueller Attraktivität, die Phase des Verfalls wird stark betont.
Diese Erscheinungen prägen bis heute die Vorstellung vom Alter, obwohl sich medizinisch und gesellschaftspolitisch viel verändert, weiterentwickelt hat. Als Problem der Gegenwart haben sich bei stabil gebliebener offizieller Altersgrenze für den Pensionsantritt  Frühpension und Arbeitslosigkeit vor dem Rentenalter herausgestellt. Es wird spannend sein, welche Lösungen die Studie nach ihrer Beendigung vorschlägt.



Gefordert: Positives Leitbild des Alterns

Bertelsmann Stiftung will Umdenkungsprozess einleiten


Älter werden - aktiv bleibenDeutschland befindet sich in einem tiefgreifenden demographischen Wandel. Immer weniger und älter werdende Erwerbspersonen müssen die Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt bewältigen. Es ist an der Zeit, einen Paradigmenwechsel zu forcieren: hin zu längeren und differenzierteren Tätigkeitsbiografien mit einem positiven Leitbild des aktiven Alterns. Um der vorzeitigen Inaktivierung der Älteren entgegenzuwirken, bedarf es integrierter Anstrengungen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und Ebenen. In der Politik, bei den Tarifpartnern, in den Unternehmen und auch bei jedem Einzelnen muss ein Umdenken erfolgen.
Mit dem Carl Bertelsmann-Preis 2006 will die Bertelsmann Stiftung diese Entwicklung unterstützen: Der Richtungswechsel hin zu mehr werteschaffender Beschäftigung älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft soll neue Dynamik erhalten. In dieser Publikation werden Perspektiven und Lösungsansätze vorgestellt. Außerdem präsentieren der Sammelband die im Rahmen der internationalen Preisrecherche gefundenen »Best Practices«, die als Teile einer Gesamtstrategie des aktiven Alterns für Deutschland große Bedeutung haben können. Zum Abschluss kommen gesellschaftspolitische Akteure zu Wort, die erläutern, welche Aufgabe den Verantwortungsträgern für eine längere, aktivere wirtschaftliche und soziale Teilhabe Älterer zukommt und welche Konsequenzen sich daraus für die Gesellschaft ergeben.



Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Älter werden - aktiv bleiben
Beschäftigung in Wirtschaft und Gesellschaft, Carl Bertelsmann-Preis 2006
1. Auflage 2006, 280 S., ISBN 978-3-89204-906-7
30,00 EUR Zzgl. Versandkosten



Die Generation 50+: Vital und flexibel


Die Bertelsmann Stiftung hat eine Umfrage zum Thema „Beschäftigung und Aktivität bis ins Alter“ vorgelegt.

Zum alten Eisen gehören sie noch lange nicht, die Herren und Damen mit den grauen Fäden im Haar und den Lach- und Kummerfalten im Gesicht. Obwohl in unserer vom Jugendwahn dominierten Zeit die Generation 50plus gern auf das Abstellgleis geschoben wird, kann das Leben - vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit - gerade in diesen Jahren prall und erfüllt sein. Nicht nur im privaten Bereich, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Wurden in den letzten Jahren bei der Vergabe von Stellen grundsätzlich nur jüngere Mitarbeiter bedacht, so macht sich in der Wirtschaft allmählich ein Umdenken bemerkbar.

Studie befragt 1001 Erwerbstätige nach Arbeitswünschen

Die Bertelmann Stiftung hat zum Thema „Beschäftigungsfähigkeit und Aktivität bis ins Alter“ eine Studie erstellen lassen, die das Meinungsbild von im Arbeitsprozess stehenden Männern und Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren erfasst, also von denjenigen Arbeitnehmern, die von den aktuellen Rentenreformen und der damit verbundenen Anhebung des Renteneintrittsalter betroffen sind. Befragt wurden bundesweit 1001 abhängig beschäftigte Erwerbstätige, die sowohl darüber Auskunft gaben, inwieweit sie bereit sind, sich an Maßnahmen und der Sicherung bzw. Stärkung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit zu beteiligen. Außerdem wurden sie befragt, wie sie sich den Übergang von der Erwerbs- in die Nacherwerbsphase vorstellen und welches gesellschaftliche Engagement sie sich vorstellen können.

Ältere wollen gefordert werden

Die Ergebnisse sprechen für die Vitalität und Flexibilität der Generation 50plus. Sechs von zehn Erwerbstätigen möchten ihren Renteneintritt zwischen 60 und 67 selbst bestimmen, wünschen also eine flexible Gestaltung des Renteneintrittsalters. Bei mehr Anerkennung für die eigene Arbeitsleistung und einer vertretbaren Reduzierung der Wochenarbeitszeit können sich 70 Prozent eine Tätigkeit bis zum 65. Lebensjahr vorstellen. Fast jeder Zweite möchte beruflich aktiv bleiben, wäre auch mit einer Teilzeit-Beschäftigung zufrieden. 86 Prozent der Erwerbstätigen wünschen sich vom Arbeitgeber Herausforderungen und anspruchsvollere Tätigkeiten. 94 Prozent übernehmen, unabhängig vom Bildungsniveau und Alter, die Verantwortung für den Erhalt ihrer Schaffenskraft und 77 Prozent sind bereit, sich kontinuierlich weiter zu bilden. Sieben von zehn Erwerbstätigen planen, sich im Rentenalter gesellschaftlich einbringen oder müssen aus ökonomischen Gründen etwas dazu verdienen.
 
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